11.10.11
Metzler: Positive Wirtschaftsentwicklung in Japan macht den Sprung aus der Deflationsfalle möglich
„Die Japanische Wirtschaft zeigt einen deutlichen Aufwärtstrend. Ein Großteil der durch die Naturkatastrophe teilweise oder ganz zerstörten Betriebe hat bereits wieder dieselbe Produktionsleistung wie vor dem Unglück, manche sogar eine höhere“, so Gerhard Wiesheu, Partner beim Bankhaus Metzler und zuständig für das Japangeschäft des Hauses, anlässlich eines Pressegespräches am 11. Oktober 2011 in Frankfurt am Main. Kennzahlen, wie das Geschäftsklima im Mittelstand oder der Einkaufsmanagerindex bestätigen den Aufwärtstrend der japanischen Wirtschaft. Zudem investiert die Japanische Regierung voraussichtlich zwischen 200 und 350 Mio. US-Dollar, um die verwüstete Tohoku Region wieder aufzubauen – sicher ein signifikanter Stimulus für die Japanische Wirtschaft.
Die Bank of Japan und die japanische Regierung haben aus den Fehlentscheidungen im vergangenen Jahrzehnt gelernt. „Wir schätzen die Wahrscheinlichkeit hoch ein, dass es Japan mit dem derzeitigen staatlich finanzierten Wiederaufbauprogramm, in Kombination mit der aggressiveren Haltung der Bank of Japan schaffen wird aus der Deflationsfalle zu kommen“, sagte Gerhard Wiesheu. Die OECD schätzt die Nettostaatsverschuldung Japans im Jahr 2012 auf rund 140 %, was eine verschärfte Fiskalpolitik zur Folge haben muss. Die Geldpolitik muss dagegen gelockert werden, weil sie nicht mehr auf zusätzliche Hilfe durch die Fiskalpolitik setzen kann. Im Gegensatz zu der voreiligen Verschärfung der Geldpolitik in den Jahren 2000 und 2006, wird die Bank of Japan bei ihren zukünftigen Entscheidungen viel vorsichtiger sein müssen, um die Wirtschaft nicht wieder durch eine voreilige Geldverknappung in eine Abwärtsspirale zu führen.
Auch Koichi Katakawa, Country Co-Head für Deutschland und Österreich bei Nomura und Präsident der Vereinigung Japanischen Unternehmen in Frankfurt, sprach über die deutliche Erho-lung der japanischen Wirtschaft nach dem schweren Erdbeben im März 2011. „Der Aufschwung der japanischen Wirtschaft nach dem Erdbeben war stärker als erwartet. Die Lieferketten der japanischen Unternehmen haben sich schnell normalisiert, was zu einer Steigerung von Produktion und Export geführt hat“, sagte Katakawa. Als kurzfristigen wirtschaftlichen Ausblick fügte er hinzu: „Insgesamt hängt die Entwicklung der japanischen Wirtschaft von der Stabilisierung der Weltwirtschaft ab. Die Verschlechterung des externen Umfelds einschließlich der Konjunkturschwäche in Übersee, insbesondere in den USA und Europa, bleibt das größte Risiko für Japan.“
10 Jahre Metzler in Japan
Die Niederlassung des Bankhauses Metzler in Tokio feiert 2011 ihr 10jähriges Bestehen. Die große Wertschätzung der Japaner für eine lange Firmentradition, ein Unternehmen, das seit 337 Jahren in ununterbrochenem Familienbesitz ist und das bei seiner Anlagestrategie vor allem auf Nachhaltigkeit und ein überschaubares Risiko setzt trugen zu dieser Entscheidung maßgeblich bei. Die Hälfte der gesamten Assets in Asien liegt in Japan. Die Japaner haben durch die wirtschaftlichen Erfolge nach dem zweiten Weltkrieg ein sehr großes Vermögen angespart: Unternehmen, Pensionsfonds und Privatpersonen. Grob geschätzt entspricht die Summe etwa dem dreifachen der deutschen Spareinlagen.
Metzler bietet japanischen Anlegern einen Zugang zum europäischen Markt, der für Japaner nicht leicht einzuschätzen ist: verschiedene Länder, verschiedene Gesetzgebungen, verschiedene Sprachen. Hinzu kommt der schwierige osteuropäische Markt, den man aus Japan heraus noch schwerer beurteilen kann. „Ein Aktienportfolio in Osteuropa aus Japan heraus zu managen wäre eine „Mission impossible“! Das Know-how ist nicht da und es aufzubauen würde viel zu lange dauern. Metzler zählt für die Japaner da zu den Spezialisten und das ist unser Mehrwert, den wir ihnen anbieten können“, erklärt Gerhard Wiesheu.
Die Rechnung ist aufgegangen: Das Bankhaus Metzler blickt auf erfolgreiche zehn Jahre in Japan zurück. Neben der Deutschen Bank ist es die einzige rein deutsche Bank, die sich auf dem japanischen Markt etabliert hat. Der endgültige Durchbruch gelang mit dem Gewinn eines Mandats bei der Pension Fund Association (PFA), dem größten japanischen Pensionsfonds (Assets under Management Ende 2009 10.6 Trillionen Yen, etwa 94.06 Billionen Euro). Die PFA ist die Dachorganisation für 1.800 unabhängige japanische Pensionsfonds und aufgrund ihrer Größe und der harten Aufnahmenbedingungen eine weltweit anerkannte Referenzadresse. Weiterhin zählen Lebensversicherer (u. a. die größte japanische Nissay), andere Pensionsfonds und Unternehmen (z. B. Bridgestone) zu den Kunden der Metzler Asset Management (Japan) Ltd.
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