25.05.11
Metzler-Kernkapitalquote mit mehr als 20 % deutlich über Basel-III-Anforderung - Sehr guter Start ins Jahr 2011
„Wir können Ihnen heute wiederum über ein erfolgreiches Jahr 2010 berichten“, so Friedrich von Metzler auf dem Jahrespressegespräch des Bankhauses am 25. Mai in Frankfurt am Main. „Zentraler Erfolgsfaktor in allen Bereichen unseres Handelns ist und bleibt unsere Unabhängigkeit. Wir sind nicht von fremden Gesellschaftern, von Institutionen oder Interessen abhängig, weder wirtschaftlich oder rechtlich noch in unserem Denken und Handeln“, so von Metzler.
Metzler werde wie immer eine Dividende von nur 2,3 Mio. EUR an die Aktionäre ausschütten. Im Berichtsjahr habe Metzler erneut den Fonds für allgemeine Bankrisiken dotiert, und zwar spürbar mit 32,2 Mio. EUR, sodass dieser nun 42,2 Mio. EUR umfasse. Dies sei aus versteuerten laufenden Erträgen erfolgt sowie durch Umwidmung eines Teils der bisher dem haftenden Eigenkapital zugerechneten Reserven nach § 340f HGB. „Unsere aufsichtsrechtlichen Eigenmittel bestehen damit ab sofort ausschließlich aus hartem Kernkapital. Die Kernkapitalquote und die nun identische Gesamtkennziffer liegen sowohl auf Konzernebene als auch im Bankhaus bei über 20 %“, unterstrich Friedrich von Metzler. Damit würden die aufsichtsrechtlichen Eigenmittel sowohl die geltenden Anforderungen der Solvabilitätsverordnung als auch die künftigen Basel-III-Anforderungen bei weitem übersteigen. Metzlers Risikotragfähigkeitskonzept beruhe zudem auf der Überlegung, sogenannte „unerwartete Verluste“ auch ohne einen Rückgriff auf das aufsichtsrechtliche Eigenkapital, und damit ohne Einschnitte für das Geschäftsmodell, bewältigen zu können. Es baue daher ausschließlich auf versteuerten stillen Reserven auf, die nicht dem aufsichtsrechtlichen Eigenkapital zugeordnet sind.
Das Zinsergebnis sei im Berichtsjahr erwartungsgemäß aufgrund der sich ändernden Zinslandschaft auf 21 Mio. EUR gefallen und habe sich damit wieder dem „normalen“ Niveau vergangener Jahre angenähert. Das ausgewiesene Provisionsergebnis sei auf 132 Mio. EUR nach 128 Mio. EUR im Vorjahr gestiegen. Durch die erstmalige Anwendung des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes (BilMoG) seien allerdings Teile der Provisionserträge einmalig im außerordentlichen Ergebnis zu erfassen gewesen. Der Nettoertrag des Handelsbestands habe 2 Mio. EUR nach 5 Mio. EUR im Vorjahr betragen. Die allgemeinen Verwaltungsaufwendungen seien von 128 Mio. EUR auf 126 Mio. EUR gesunken, vor allem infolge niedrigerer Personalaufwendungen.
Der Saldo der Risikovorsorge umfasse die Dotierung des Fonds für allgemeine Bankrisiken, eine weitere Zuführung zu den Reserven nach § 340f HGB sowie das Ergebnis aus den Wertpapierbeständen der Liquiditätsreserve und des Kreditgeschäfts. Er habe im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Aufwand von 15 Mio. EUR ausgewiesen. Die Bilanzsumme und das Geschäftsvolumen des Konzerns hätten sich deutlich auf 3,7 Mrd. EUR bzw. 3,8 Mrd. EUR erhöht nach jeweils 2,5 Mrd. EUR im Vorjahr. Dabei sei die Konzernbilanz aktuell wieder stärker durch großvolumige, aber risikolose Projektgeschäfte geprägt. Der deutliche Anstieg beruhe vor allem auf neu ausgewiesenen verbrieften Verbindlichkeiten von 1,4 Mrd. EUR, die vollständig der Besicherung der entsprechend gestiegenen Forderungen an Kunden dienen.
Der Bereich Asset Management könne von einem erfolgreichen Geschäftsjahr 2010 berichten. Das verwaltete Vermögen sei von 37 Mrd. EUR Ende 2009 auf 41 Mrd. EUR Ende 2010 gestiegen. Das Wachstum habe zudem in allen Einzelbereichen stattgefunden – sowohl im Geschäft mit institutionellen Kunden als auch bei den Publikumsfonds. Neben erfreulichen Mittelzuflüssen habe auch die positive Entwicklung an den Kapitalmärkten hierzu beigetragen. Die Metzler-Aktienfonds hätten im Jahr 2010 überdurchschnittliche Wertzuwächse erzielt. Dabei konzentriere sich das Portfoliomanagement auf aktiv gemanagte Spezialitäten sowie auf innovative, prognosefreie und risikobegrenzende Strategien im quantitativen Bereich.
Gerade der Bereich der alternativen Investmentstrategien sei in den vergangenen Jahren stark gewachsen, angetrieben durch die zunehmende Nachfrage nach marktunabhängiger Rendite. Mittlerweile würden mehr als 20 Mitarbeiter einen Bestand von 8 Mrd. EUR betreuen. Das Volumen der Fondsplattform Metzler Fund Xchange habe sich von 10 Mrd. EUR Ende 2009 auf 11,5 Mrd. EUR Ende 2010 erhöht. Besonders stark sei das Geschäft mit institutionellen Kunden gewachsen.
Unter unverändert schwierigen Rahmenbedingungen habe sich der Bereich Corporate Finance gut behauptet. Der Tätigkeitsschwerpunkt habe auf der Beratung im Rahmen von Verkaufsmandaten mit internationaler Beteiligung und aus Insolvenzsituationen gelegen. So sei der seit 2009 laufende Verkaufsprozess für die einzelnen Sparten des mittelständischen Automobilzulieferers AKsys erfolgreich abgeschlossen worden. Zudem habe Metzler die Dräxlmaier Group, einen der führenden deutschen Automobilzulieferer, bei der Veräußerung des Geschäftsbereiches Zierteile an die mutares AG beraten – und den von der Arcandor-Gruppe eingesetzten Insolvenzverwalter bei der Veräußerung von 100 % der Anteile der Primondo GmbH an der Home Shopping Europe GmbH an den französischen Finanzinvestor AXA Private Equity. Zudem habe Metzler Corporate Finance den französischen Faurecia-Konzern unterstützt beim Erwerb der sechs deutschen Werke des zahlungsunfähigen deutschen Automobilzulieferers Plastal GmbH vom Insolvenzverwalter.
Friedrich von Metzler fuhr in seinem Bericht fort, dass der Bereich Equities im Jahr 2010 seine Marktposition weiter stärken konnte. Trotz der durch die Euro- und Staatsschuldenkrise verursachten Verunsicherung und Zurückhaltung vieler institutioneller Asset-Manager sei es Metzler Equities gelungen, das Geschäft mit wichtigen Institutionen insbesondere im Inland auszubauen. Vor allem drei Faktoren hätten sich dabei als maßgeblich erwiesen: Metzlers strikte Orientierung allein an den Kundeninteressen, der Verzicht auf den Eigenhandel in Aktien sowie die unabhängige und nachhaltig hochwertige Researcharbeit.
Basis für Metzlers Dienstleistungen im Aktiengeschäft seien die aus umfassenden Analysen hergeleiteten, eindeutigen Empfehlungen des unabhängigen Equity-Research-Teams. Dank dieser guten Leistung für Aktienempfehlungen und für Prognosegenauigkeit habe das Team auch dieses Jahr wieder wichtige Preise gewonnen: Das Handelsblatt und das US-Analysehaus Starmine zeichneten Metzler Equities als bestes Analysehaus für deutsche Aktien aus. Damit zähle Metzler seit fünf Jahren ununterbrochen zu den Top Ten bei diesem Analystenwettbewerb. Eine weitere Auszeichnung hätte die überragenden Leistungen bestätigt: Im Analystenranking der Börsen-Zeitung erreichte Metzler Equities Platz zwei in der Gesamtwertung „Bestes Analysehaus“ und den ersten Platz in der Kategorie „Large-Cap-Empfehlungen“. Zudem habe das Analystenteam für seine konstant guten Leistungen den dritten Platz beim Kontinuitätspreis belegt. Friedrich von Metzler hob hervor: „Über diese Auszeichnung freuen wir uns besonders, da sie die dauerhafte Qualität unserer Aktienanalysen bestätigt.“
Ebenfalls erfolgreich verlief das Geschäft nach Angaben von Metzlers im Bereich Financial Markets, obwohl die Marktteilnehmer im Jahr 2010 erstmals die Bonität von Schuldnern aus der Eurozone sowie den Euro selbst ernsthaft auf den Prüfstand stellten. Der daraus resultierenden Verunsicherung der Anleger sei Metzler mit seinem unabhängigen Beratungsansatz und dem langjährigen Research-Know-how erfolgreich entgegengetreten. „Unsere treffsichere Zinsprognose – wir hatten als eines der ganz wenigen Häuser zu Jahresanfang 2010 deutlich unter 3 % fallende Zehnjahresrenditen vorausgesagt – war die Basis für ein sehr erfreuliches Kundengeschäft mit institutionellen Anlegern im Rentenmarkt“, so von Metzler weiter.
Die sich auch im Jahr 2010 immer wieder bietenden Chancen an den Geld- und Kapitalmärkten habe Metzler konsequent genutzt, um sich auf wieder leicht steigende kurzfristige Zinsen in den kommenden Monaten einzustellen. Dafür seien auch geringere Zinsüberschüsse in Kauf genommen worden. Von Metzler schloss seinen Bericht über Financial Markets mit den Worten: „Wie schon im Vorjahr können wir Ihnen berichten, dass wir keine ‚toxischen’ Aktiva in den Büchern haben.“
Friedrich von Metzler beendete seinen Vortrag mit dem Bericht über das Geschäftsfeld Private Banking. Hier habe man die Geschäftsverbindungen zu den bestehenden Kunden weiter festigen und ausbauen können. Hinzu sei eine sehr erfreuliche Anzahl neuer Kundenbeziehungen gekommen, sodass sich das insgesamt betreute Volumen im abgelaufenen Geschäftsjahr abermals deutlich gesteigert habe. Darüber hinaus seien mittels der aktiven Investitionsentscheidungen des Portfoliomanagements im Private Banking im Vergleich zu den relevanten Vergleichsindizes beachtliche Anlageergebnisse erzielt worden. Von Metzler schloss seine Ausführungen mit einem optimistischen Ausblick auf das weitere Geschäftsjahr 2011.
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Geschäftsbericht 2010
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