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25.11.10

Metzler: Realwerte wie Aktien als Inflationsschutz

„Aktien bieten als Realwerte im aktuellen Marktumfeld einen besseren Schutz vor möglicher Inflation als andere Anlagen“, so Frank-Peter Martin, der für das Portfoliomanagement im Asset Management zuständige Partner des Bankhauses Metzler anlässlich eines Pressegesprächs in Frankfurt am Main am 25. November 2010. Im kommenden Jahr sieht er Aktieninvestments – sprich Realwerte – gegenüber Nominalwerten eindeutig im Vorteil. Seine Begründung: Einerseits sei die Geldpolitik der Industrienationen darauf ausgerichtet, Deflationsrisiken zu vermeiden und damit über eine drastisch ausgeweitete Geldmenge Wachstum um jeden Preis zu erreichen. Andererseits dürften die deutlich steigenden Rohstoffpreise die Inflation zusätzlich anheizen. Martin geht davon aus, dass im Zuge des fortgesetzt dynamischen Wirtschaftswachstums in den Schwellenländern die Nachfrage nach Rohstoffen das entsprechende Angebot übersteigen wird. In diesem Umfeld dürften Anleger nach seiner Einschätzung Schutz vor Inflation suchen und damit Investments in Realwerten wie Aktien gegenüber zum Beispiel Nominalwerten wie Renten- und Geldmarktanlagen bevorzugen. Zu den attraktivsten Regionen für Aktieninvestments zählt Martin derzeit die Länder Osteuropas, die in der Vergangenheit sogar weit stärker von steigenden Rohstoffpreisen profitiert hätten als zum Beispiel Rohstofffonds.

Deutschland habe sich vom kranken Mann Europas zur Wirtschaftslokomotive entwickelt, so Stefan Dudacy, der verantwortliche Fondsmanager für den Metzler Aktien Deutschland. Die starke Exportwirtschaft in Deutschland profitiere vom Boom in den Emerging Markets, und die Marke „Made in Germany“ glänze so hell wie schon lange nicht mehr. Im Anlagefokus des Fonds lägen vor allem Titel von Unternehmen mit substanziellem Geschäftsanteil in den dynamisch wachsenden Volkswirtschaften und mit hohen Dividendenrenditen. Für Investments in deutsche Dividendentitel spricht aus Sicht von Dudacy zudem, dass Deutschland erst am Anfang einer dynamischen Entwicklung steht: Im kommenden Jahrzehnt dürfte die deutsche Wirtschaft die Früchte der Reformen aus den vergangenen Jahre ernten und die Rolle als Wachstumsmotor in Europa übernehmen. Vor diesem Hintergrund sieht Dudacy „weiteres Aufwärtspotenzial für deutsche Aktien“ – zumal die wichtigsten Bewertungskennziffern wie Kurs-Gewinn-Verhältnis und Preis-Buchwert-Verhältnis noch deutlich unter ihren langfristigen Durchschnitten aus den vergangenen 20 Jahren lägen. Zudem lägen die Dividendenrenditen einer Reihe von europäischen Aktienwerten mittlerweile schon über der Rendite deutscher Staatsanleihen, und böten dabei sogar bei kaum veränderten Kursen bessere Chancen, das Vermögen langfristig real zu erhalten.   

Aber auch in anderen Teilen Europas bieten sich aus Sicht der Metzler-Experten hervorragende Perspektiven für Aktienanlagen. „Jetzt ist der beste Zeitpunkt, um an der dynamischen Entwicklung in Osteuropa zu partizipieren“, so Markus Brück, der zuständige Fondsmanager für den Metzler Eastern Europe. Die meisten Länder dieser Region hätte die Finanzmarktkrise weit weniger getroffen als die westlichen Industriestaaten, auch wenn das Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2009 dort ebenfalls deutlich sank – mit Ausnahme von Polen. Mittlerweile seien die aufstrebenden Volkswirtschaften Osteuropas auf ihren stabilen Wachstumspfad zurückgekehrt; zudem setze sich der ökonomische und strukturelle Anpassungsprozess an Westeuropa weiter fort, was weiteres Kurssteigerungspotenzial an den Aktienmärkten böte. Zusätzliche strategische Investmentthemen sind aus Brücks Sicht die Knappheit von Rohstoffen sowie weitere Produktionsverlagerungen nach Osteuropa im Rahmen einer globalisierten Weltwirtschaft. Vor allem Russland, Kasachstan, die Ukraine und weitere frühere GUS-Staaten würden über ein riesiges Reservoir an unausgebeuteten Bodenschätzen verfügen. Zudem böten einige Länder der Region attraktive Produktionsbedingungen für Unternehmen in puncto Steuern, Löhne und Bildungsniveau – hier seien vor allem Rumänien, Bulgarien und die Türkei zu nennen. Gleichzeitig sieht Brück vielversprechende Chancen auf eine deutlich anziehende Binnennachfrage – im Zuge einer relativ niedrigen Verschuldung der Privathaushalte und einer zunehmend sich etablierenden breiteren Mittelschicht.

Insbesondere Aktieninvestments im BRIC-Staat Russland hält Simone Beer derzeit für interessant, die für das Management des Metzler Russia Fund verantwortlich ist. Der stark rohstofflastigen russischen Volkswirtschaft spiele die deutlich anziehende Nachfrage nach Erdöl, Erdgas & Co. in die Karten, vor allem aus dem Nachbarland China – und die demgemäß deutlich steigenden Rohstoffpreise. Für entsprechend attraktiv hält sie Investments in Rohstoff- und Energiewerte, die im russischen Leitindex RTS überproportional stark vertreten sind. Zudem beurteilt sie Aktien von ausgewählten Konsumgüterunternehmen für chancenreich, die von der zunehmenden Binnennachfrage einer immer breiteren russischen Mittelschicht profitieren könnten. Zusätzlich angekurbelt werde der Konsum durch die weiter auf 6,6 % gefallene Arbeitslosenquote und die deutlich steigenden Löhne und Renten. Weiteres Aufwärtspotenzial für den russischen Aktienmarkt böten darüber hinaus die anvisierten immensen Investitionen in die Infrastruktur des Landes sowie der geplante Beitritt von Russland zur Welthandelsorganisation, der das Handelsvolumen des Landes vervielfachen dürfte.




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